Der Iso Lele und späte Iso Grifos haben über den Scheinwerfern durch Unterdruck gesteuerte Klappen. Diese geben beim Einschalten des Lichts die Scheinwerfer frei. Leider ist diese Einrichtung bei älteren Fahrzeugen, und das sind unsere Autos ja, eine häufige Fehler- und Ärgerquelle.
Mechanik
Die Klappen werden über je einen
Pneumatikkübel (siehe unten links) betätigt. die Betätigung
erfolgt über Hebel und eine Drehachse. Der ganze Mechanismus kann
nur funktionieren, wenn die Hebel und Achsen wirklich leichtgängig
und gut geschmiert sind. Auch die Federn bei den Klappen sollten nicht
eingerostet sein. Rost ist in diesen Bereichen ein Problem, weil die Scheinwerfer
im Spritzwasserbereich liegen und der Mechanismus nicht abgedichtet ist.
Funktionsprinzip
Als Kraftquelle wird nicht etwa ein Elektromotor
verwendet, sondern die in einem Motor ja vorhandene Ressource Unterdruck.
Vom Ansaug-Manifold geht ein Unterdruckschlauch zu einem Umschaltventil
(siehe unten). Wird das Licht eingeschaltet, so wird eine Art Relais im
Umschaltventil gespiesen. Das Ventil schaltet nun den Unterdruck so um,
dass bei den Pneumatikkübeln die Zugstufe aktiviert wird. Dies
hat zur Folge, dass nun über das Hebelwerk, die Scheinwerferklappen
geöffnet werden.
Wenn das Licht abgeschaltet wird, schaltet
das Ventil auf die Unterdruckzuleitung auf die Druckstufe des Pneumatikübels
um und die Klappen werden geschlossen. Die jeweiligen Stellungen der
Klappen werden durch Federn gehalten, der Unterdruck muss also nicht dauernd
anliegen.
Sofern alles korrekt funktioniert, öffnen
und schliessen die Klappen bereits bei Leerlaufdrehzahl des laufenden Motors.
Läuft der Motor nicht, können die Klappen nicht öffnen oder
schliessen.
Kontrolle des Systems / Fehlerquellen
Damit alles einwandfrei funktioniert ist
eine gute Gängigkeit/Beweglichkeit der Mechanik einer Voraussetzung.
Die Gelenke sollten von Zeit zu Zeit geschmiert werden.
Es versteht sich von selbst, dass auch
die Gummischläuche der Unterdruckleitungen dicht und nicht spröde
sein sollen. Eine Verwendung von Schlauchbriden an den Anschlüssen
ist nicht notwendig.
Eine mögliche Fehlerquelle ist das
Umschaltventil. Reinigen Sie dieses im Bedarfsfall mit Druckluft (nicht
mehr als 1-2 bar).
Kontrollieren Sie, ob bei Anlegen einer
Spannung von 12 Volt, das Umschaltrelais betätigt wird.
Sind alle Schläuche angeschlossen
und die Klappen funktionieren nicht oder nur partiell kommt nun fast nur
noch der Pneumatikkübel als Fehlerquelle in Frage. Häufig sind
diese total verrostet (Bild unten) oder mechanisch nicht mehr beweglich.
Noch häufiger hat es an einigen Stellen ganz kleine Rostlöcher,
z.B. beim Übergang der beiden Gehäusehälften. Durch diese
Löcher entweicht das Vakuum und die Kübel öffnen oder schliessen
nicht mehr. Sie können solche Kübel selber reparieren, in dem
Sie eine Schicht Araldit oder ähnlichen Kleber über die kleinen
Rostlöcher streichen. Hierzu den Kübel vorher mit einer Drahtbürste
reinigen und entfetten.
Leider ist uns nicht bekannt, wo fabrikneue solche Kübel erhältlich sind. Bitte öffnen Sie Ihren Kübel bei der Verbindung der Gehäusehälften nicht, ein anschliessendes Zusammensetzen ohne Undichtigkeit ist praktisch nicht mehr möglich. Im Kübel drin befindet sich lediglich eine Gummimembrane und der entsprechende Hebel (Abbildung rechts).
Übrigens befinden sich die Pneumatikkübel vorne links und rechts hinter den Scheinwerfern. Damit die Kübel geprüft oder entfernt werden können ist der Ausbau aller Scheinwerfer erforderlich. Die Kübel sind unten durch einen Bolzen mit Splint befestigt. Leider ist die Zugänglichkeit in diesem Bereich sehr schwierig, kleinere Verletzungen (Abbildung) sind möglich. Es ist auch nützlich, wenn eine weitere Person beim Ein- und Ausbau der Komponenten mithelfen kann. Das Umschaltventil befindet sich auf der linken Fahrzeugseite im Bereich hinter/unter den Scheinwerfern.
Beim Club ist die Kopie eines Diagramms der Schlauch- und Elektrikverbindungen erhältlich.
Viel Spass beim Schrauben.
Ölfuss alias Peter R. Aeschlimann